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Nachrichten | 19.05.2022

Vetropack muss aufgrund des Kriegs Stellen in der Ukraine abbauen

Die Vetropack Holding AG mit Führungssitz in Bülach gab gestern bekannt: Erste Untersuchungen zur Situation des durch Kampfhandlungen beschädigten ukrainischen Werkes in Gostomel nahe Kiew haben ergeben, dass dort mittelfristig nur Aufräumarbeiten sowie der Schutz und Erhalt der Vermögenswerte (inklusive Bewirtschaftung von Altglas und Rohstoffen) möglich sind. Aufgrund der starken Beschädigungen an den Produktionsanlagen sowie der weiter durch militärische Aktionen geprägten Gesamtsituation in der Region ist eine Wiederaufnahme des Gesamtbetriebes vorderhand nicht möglich. Aus diesem Grund sieht sich die Vetropack-Gruppe gezwungen, einen grossen Teil der Arbeitsplätze am Standort abzubauen.

„Wir sind uns der Bedeutung dieses Schrittes für unsere Mitarbeitenden in der Ukraine sehr bewusst – sehen aber derzeit keine Alternative “, erklärt Johann Reiter, CEO der Vetropack Holding AG. „Die Zerstörungen an unserem Werk durch militärische Aktionen sind erheblich, wenn auch nicht irreparabel. Trotzdem wird es nach unserer Einschätzung auch nach einem derzeit nicht absehbaren Ende des Krieges nicht möglich sein, unsere Produktion in Gostomel sofort wieder aufzunehmen.“ Zwar plant Vetropack nach wie vor nicht, den Standort dauerhaft zu schliessen, sondern ihn nach einer Instandsetzung wieder zu eröffnen. „Die Rahmenbedingungen hierfür werden aber in naher Zukunft nicht gegeben sein“, betont Johann Reiter. „Im Sinne unserer gesamten Unternehmensgruppe müssen wir deshalb entsprechend handeln.“ Konkret wird in den kommenden Wochen ein Kernteam vor Ort die Lage weiter sondieren und erste Massnahmen zur Vorbereitung einer späteren Instandsetzung der Produktionsanlage einleiten. Dies schliesst insbesondere die Sicherung der vor Ort gelagerten Glasverpackungen und Rohstoffe ein.

Zu den Massnahmen zählt auch der Abbau von circa zwei Dritteln der rund 600 Arbeitsplätze am Standort. Bereits zu Beginn des russischen Angriffs hatte Vetropack alle Mitarbeitenden bei Fortzahlung des vollen Gehalts freigestellt. „Diese Massnahme eignet sich jedoch nur für eine zeitlich begrenzte Überbrückung. Sie ist keine Lösung für die Dauer eines sich womöglich über viele Monate erstreckenden Krieges“, so Johann Reiter. „Die Finanzierung dieser Arbeitsplätze hängt bei uns direkt mit der Produktion und dem Verkauf von Glasverpackungen zusammen. Ohne eine Produktion können wir sie deshalb nicht aufrechterhalten.“ Da es sich bei der Belegschaft überwiegend um Männer in wehrfähigem Alter handelt, dürfen diese das Land aktuell nicht verlassen und können deshalb auch nicht in anderen Vetropack-Werken eingesetzt werden. Nichtsdestotrotz konnten 35 Mitarbeitende bereits ins Ausland umsiedeln. Einige arbeiten bereits an anderen Standorten von Vetropack.

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