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Nachrichten | 06.12.2017

Verpackung mit Nährwert-Ampel: Lebensmittelindustrie macht neuen Vorschlag

Eine Farbkennzeichnung auf der Lebensmittelverpackung soll für Konsumenten leicht verständlich den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen wie Fett, Zucker oder Salz signalisieren. Um diesen Vorschlag von Parteien und Interessenverbänden innerhalb verschiedener europäischer Länder gibt es seit Jahren Auseinandersetzungen. Jetzt kommt die Industrie in der EU mit einem neuem Vorschlag, eine «Ampel» für kleinere Portionen einzuführen – und stösst auf Kritik.

Mondelez, Coca-Cola, Mars, Nestlé, Pepsi und Unilever hatten schon im März einen Vorstoss für eine «weiterentwickelte Farbkennzeichnung» für Lebensmittel angekündigt. Grundlage ist die sogenannte Ampelkennzeichnung, dieseit 2004  in Grossbritannien verwendet wird. Sie zeigt in der Signalfarbe Rot auf der Packung an, ob ein Produkt viel Zucker, Fett oder Salz enthält – Zutaten, die beim Verzehr in grossen Mengen zu Fettleibigkeit und Gesundheitsprobleme führen können.

Gegen die Einführung einer solchen Lebensmittelampel hatten sich Hersteller lange gewehrt, weil eine rote Kennzeichnung abschreckend wirke. Nun schlagen sie selbst eine Farbkennzeichnung vor. ». Die bisher meist grau gehaltenen Angaben würden damit farblich unterlegt. Mondelez erklärte, man wolle «Konsumenten helfen, auf den ersten Blick eine gesündere Auswahl zu treffen.

Bei Konsumentenverbänden stösst dies auf Kritik. Foodwatch kritisierte, das vorgeschlagene System sei weniger strikt und aussagekräftig als die 2004 eingeführte Lebensmittelampel in Grossbritannien. Produkte, die dort rot gekennzeichnet seien, seien nach dem Hersteller-Vorschlag gelb.

Mondelez-Sprecher Francesco Tramontin erklärte, das neue System basiere auf kleineren Portionen. Damit könnten sich einige Kennzeichnungen von Rot auf Gelb ändern. Das System gebe einen Anreiz für die Hersteller, auf kleinere Portionen umzustellen. Ausserdem passe es besser für Lebensmittel wie Käse oder Olivenöl, die in kleineren Mengen als 100 Gramm verzehrt werden – diese Menge ist bisher Bemessungsgrundlage.

«Die sechs Lebensmittelriesen wollen die Kriterien für eine Ampelkennzeichnung derart verändern, dass die Ampel seltener auf Rot springt», kritiserte Foodwatch-Experte Oliver Huizinga. «Das führt die Idee einer verbraucherfreundlichen Nährwertkennzeichnung ad absurdum.»

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