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Nachrichten | 16.05.2017

Kunststoff-Recycling: Unilever entwickelt «bahnbrechenden" Recycling-Prozess für kleine Beutelverpackungen

Der Lebensmittelkonzern Unilever verfügt nach eigenen Angaben über "ein wegweisendes neues Verfahren", um gebrauchte kleine Kunststoffbeutel stofflich zu rezyklieren. Der Prozess heiss Creasolv und wurde in Partnerschaft mit dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Deutschland entwickelt.

Kleine Beutelverpackungen, so genannte Sachets, seien in Entwicklungs- und Schwellenländern beliebt. Dort würden es diese Verpackungen Konsumenten mit niedrigem Einkommen erlauben, kleine Mengen an Produkten zu kaufen, die sonst unerschwinglich wären. Aber bis jetzt gebe es keine brauchbare Recycling-Lösung für diese Verpackungen, sie würden auf Deponien landen oder einfach weggeworfen. Generell würden global nur 14 Prozent aller Kunststoff Verpackungen recycelt.

Geschlossener Kreislauf

Der Creasolv-Prozess soll es nun ermöglichen, eine bislang nicht sinnvoll rezyklierbare Verpackungsformen stofflich wieder zu verwerten. Der Prozess wurde von einer Methode abgeleitet, die beim Recycling von Elektro- und Elektronik-Altgeräten verwendet wird, um bromierte Flammschutzmittel aus den Kunststoffen dieser Elektrogeräte zu entfernen. Mit dem Prozesses wird der Kunstsoff aus den Beutel zurückgewonnen und kann zur Herstellung neuer Beutel verwendet werden.

Unilever wird in diesem Jahr eine Pilotanlage in Indonesien eröffnen, um die langfristige Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu testen. Indonesien ist laut Unilever ein "kritisches Land", in Bezug auf Abfälle. Dort würden 64 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr anfallen und davon 1,3 Millionen Tonnen im Ozean landen.

Um das Beutelproblem anzugehen, braucht es laut Unilever einen nachhaltigen Systemwechsel in der Abfallsammlung. Nötig sei die Einrichtung von Abfallsammelsystemen, die die zu recycelnden Beutel separieren. Unilever testet die Zusammenarbeit mit lokalen Abfallsammelstelle, Regierungsbehördenn und Einzelhändlern. Ausserdem sollen Abfall-Sammler einbezogen werden. Diesen könnte so mögliches langfristiges Einkommen verschafft werden.

Überhaupt sieht Unilever die Chance, dass das Kunststoffrecycling rentabel zu gestalten ist. Laut David Blanchard, Leiter -R & D bei Unilever, gibt es einen klaren wirtschaftlichen Grund für die Bereitstellung dieses Verfahrens. Weltweit würden jährlich 80-120 Milliarden Dollar für die Wirtschaft verloren gehen, weil sie es versäume, Kunststoff richtig zu recyceln. Das Finden einer Lösung stelle eine grosse Chance dar. "

Energetisch deutlich besser als Frischpolymergewinnung

Laut Dr. Andreas Mäurer, Abteilungsleiter Kunststoffrecycling am Fraunhofer IVV, wird es mit dieser Pilotanlage erstmals möglich, hochwertige Polymere aus verschmutzten, mehrschichtigen Beuteln zu recyceln. Ziel sei es, die ökonomische Profitabilität und die Umweltvorteile des Creasolv-Prozesses zu beweisen. Berechnungen würden zeigen, dass das Verfahren in der Lage sei, sechs Kilo reine Polymere mit dem gleichen Energieaufwand zu gewinnen, wie für die Produktion von einem Kilo Frisch-Polymer nötig sei.

“CreaSolv®” ist eine registrierte Handelsmarke der Creacycle GmbH.

www.ivv.fraunhofer.de

 

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