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Nachrichten | 17.02.2017

Fallstudie: Versandhandel im Verpackungstest – Es gibt noch deutliches Verbesserunsgpotenzial

Durch das rasante Wachstum von Online-Shops nehmen sowohl Verpackungs- als auch Sendungsvolumina zu. Was bedeutet das für Onlinehändler und Endkunden? Die Experten der Verpackungsberatung Thimm Consulting in D-Northeim haben sich das Marktsegment genauer angeschaut. Untersucht wurden 100 Onlinebestellungen verteilt auf zwölf Produkte der umsatzstärksten Branchen bei 35 Online-Shops (B2C).

 

Die Analyse erfolgte ganzheitlich über alle Verpackungs- und Logistikbereiche hinweg, da zwischen den Bereichen fast immer Abhängigkeiten bestehen. In einer Teilanalyse wurde beispielsweise der Nutzungsgrad des Versandvolumens betrachtet. Dieser beschreibt die prozentuale Auslastung der Verpackung mit dem eigentlichen Produkt. Durchschnittlich 65 Prozent (in Einzelfällen bis zu 97 Prozent!) Luft in den Verpackungen, ein bis 24 Tage Lieferzeit für Lagerartikel mit Versandkosten von null bis knapp 35 Euro und 438 E-Mails rund um die Auftragsabwicklung sind die markantesten Kennzahlen im Rahmen des Praxistests.

 

Michael Bodemer, Geschäftsführer Thimm Consulting, beschreibt die Anforderungen der Kunden sowie die Ergebnisse des Tests: „Konsumenten, die Produkte online einkaufen, sind in der Regel sehr preisbewusst. Warenwert und Versandkosten müssen daher transparent und stimmig sein. Darüber hinaus erwarten Kunden kurze Lieferzeiten von drei Werktagen. Die Bestellung sollte möglichst in einer Sendung gebündelt werden. Verpackungsgrösse und Produkt sollten zusammen passen und so wenig Füllmaterial wie möglich enthalten. Dahinter steht ein immer stärker werdendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Eine leichte Zuordnung des Absenders anhand eines einheitlichen Verpackungsdesigns steht ebenfalls auf der Wunschliste. Damit einher gehen Imagefaktoren wie eine unbeschädigte Verpackung, klare Etiketteninformationen und das einfache Öffnen der Verpackung ohne Hilfsmittel wie Schere oder Messer. Auch Paketbeilagen sollen in gesunder Relation zum Produkt stehen und Mehrwert stiften. Einfache Rücksendemöglichkeiten unter Einsatz der Originalverpackung sind ebenfalls sehr wichtig für die Kundenzufriedenheit. Mit dem Ziel, das eigene Informationsbedürfnis mit Blick auf die Bestellung zu befriedigen, erwartet der Kunde eine angemessene und gebündelte Kommunikation wie beispielsweise eine kurzfristige Bestellbestätigung, eine Sendungsnummer zur Verfolgung der Lieferung und die Rechnung.“

 

Ergebnisse

 

Eine realistische Auskunft über die Warenbestände und damit die Einhaltung der Liefertermine sowie relevante Informationen erhöhen die Kundenzufriedenheit.

 

Die Volumenauslastung der Verpackung war sehr unterschiedlich. Bei dem Testprodukt „Steckdosenleiste“ lag dieser Wert beispielsweise zwischen fünf und 97 Prozent. Diese Leerräume müssen beim Transport ausgeglichen werden, um die Produkte vor Beschädigung zu schützen. Zu diesem Zweck setzten die Shops verschiedene Füllmaterialien ein. 87 Prozent der Lieferungen enthielten solches Füllmaterial – zum Teil auch Kombinationen aus mehreren Füllstoffen. Das erzeugt nicht nur einen höheren Entsorgungsaufwand beim Kunden, sondern auch das Gefühl, die Umwelt zu belasten. Die Top fünf Füllmaterialien waren Folienbeutel, Luftpolsterkissen, Versandpapier, Seidenpapier und Wellpappe. Diese wurden zum Teil von Hand zugeschnitten.

 

Durch eine veränderte Ausrichtung der Verpackungs- und Logistikprozesse auf Mehrfachbestellungen, die Unterstützung durch entsprechende Software und die intelligente Verknüpfung der Verpackungskonstruktionen, Packstoffe und Füllmaterialien können die Kundenzufriedenheit immens gesteigert und die Kosten deutlich reduziert werden.

 

Ein professionelles Verpackungsdesign setzten 16 von 35 Onlineshops ein. Die bedruckten Testverpackungen waren mit Streudrucken in unterschiedlichsten Variationen versehen, trugen Werbeslogans, Webadressen oder Logos. Der grösste Teil war ein- bis zweifarbig bedruckt; einzelne Verpackungen waren fünffarbig gestaltet. Teilweise wurden auch Packhilfsmittel wie Klebebänder personalisiert. Insgesamt sind die Anbieter hier auf einem guten Weg. Dennoch gibt es auch noch Verbesserungspotenzial, um mithilfe eines durchgängigen Verpackungsdesigns die Wahrnehmung der Marke zu stärken.

 

Weitere Imagefaktoren sind der erste Eindruck der Verpackung und ihr Handling. Der äussere Zustand einiger Pakete bei der Anlieferung war mangelhaft. Die Verpackungen waren verformt, eingedrückt oder eingerissen. 40 Testpakete waren mit Klebeband verschlossen – Negativbeispiele sogar mit Klebeband kreuz und quer verklebt. Weitere 22 hatten eine Innenklebung; 21 Verpackungen waren mit Umreifungsband versehen. Die Pakete waren darüber hinaus mit bis zu vier Etiketten beklebt. Hier ist eine Harmonisierung der Verwaltungs- und Logistikprozesse zu empfehlen mit dem Ziel, Informationen auf einem Etikett zu bündeln. Die Beschädigung der Verpackungen an sich liegt häufig in der zu geringen Packmittelqualität. Einen Ansatz zur Verbesserung sehen wir in der Überarbeitung der Verpackungskonstruktionen inklusive Materialauswahl. Hierbei können gleichzeitig geeignete Verschlusssysteme berücksichtigt werden wie beispielsweise Aufreissperforationen oder -fäden.

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