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Nachrichten | 16.05.2018

Airpop im Faktencheck

Leicht wie Luft, stossfest und flexibel formbar: Airpop, früher als Styropor bekannt, begegnet den Menschen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens. Das expandierte Polystyrol (EPS) polstert Konsumgüter wie Haushaltsgeräte, sorgt für einen sicheren und hygienischen Transport von Lebensmitteln wie zum Beispiel Fisch oder beugt Kopfverletzungen durch den Einsatz in Fahrradhelmen vor. Doch noch immer machen Falsch- oder Fehlinformationen über den Kunststoff die Runde. Die folgenden Aussagen stammen von der Fachgruppe Airpop im deutschen Industrieverband Kunststoffverpackungen (IK): 

Mythos 1: Airpop verbraucht viele Ressourcen

Das ist falsch. Airpop besteht zu 98 Prozent aus reiner Luft – deshalb der Name. Der minimale Kunststoffanteil von zwei Prozent Polystyrol dehnt sich während der Produktion auf ein zigfaches seines eigenen Volumens aus. Der Materialeinsatz ist etwa um zwei Drittel geringer als bei anderen Verpackungsmaterialien. Airpop entsteht in einem chemischen Verfahren, der sogenannten Polymerisation, bei dem perlförmiges expandierbares Polystyrol mit Wasserdampf erwärmt und aufgeschäumt wird und sich so um ein Vielfaches der ursprünglichen Grösse aufbläht. Entdeckt wurde Airpop 1949 durch den BASF-Wissenschaftler Dr. Fritz Stastny. 

Mythos 2: Airpop ist ein überflüssiges Verpackungsmaterial

Airpop ist eine Schutzverpackung im Alltag. Sie ist unempfindlich gegenüber Hitze, Dampf und Feuchtigkeit, leicht sowie wasserdicht und schützt zudem im Alltag zuverlässig: die Pizza, die im Karton aus Airpop warm nach Hause geliefert wird, den Fisch, der kühl und frisch vom Meer bis an die Fischtheke der Supermärkte transportiert wird, die Kaffeemaschine, die unbeschädigt mit der Post kommt, oder das lebenswichtige Organ. Dank der guten Isolierfähigkeit sorgt Airpop dafür, dass Lebensmittel frisch, keimfrei und hygienisch bleiben und Konsumgüter wie Waschmaschinen oder Fernseher beim Transport vor Stössen geschützt werden. Auf dem Material können zudem Pilze und Bakterien nur schwer wachsen. 

Mythos 3: Airpop ist ein reines Wegwerfprodukt

Das stimmt nicht. Die Recyclingquote für Airpop-Verpackungen liegt in Deutschland bei etwa 50 Prozent (Conversio Studie 2017), das sukzessive weiter ausgebaut wird. Konsumenten können grosse Airpop-Verpackungen, etwa von Fernsehern oder Waschmaschinen, bei kommunalen Wertstoffhöfen zurückgeben. Spezialisierte Recyclingunternehmen arbeiten mit den Entsorgern von Handelshäusern bspw. im Bereich Möbel oder Elektronik zusammen. Nach dem mechanischen Recycling lassen sich Verpackungen aus Airpop durch einfache Schmelzprozesse in ihren Ursprungsstoff umwandeln, aus dem wiederum neue Produkte hergestellt werden. Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt Airpop Maßstäbe: Es kann bis zu siebenmal verlustfrei recycelt werden. Ist eine Wiederverwertung von Airpop-Verpackungen nicht möglich, dienen sie in modernen Wärmeheizkraftwerken zur Erzeugung von Fernwärme. Bei dieser thermischen Verwertung ersetzt 1 Kilogramm Airpop 1,4 Liter Öl zum Heizen und leistet damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung. 

Mythos 4: Airpop enthält giftiges HBCD

Diese Aussage ist falsch. Airpop-Verpackungen aus Polystyrol enthalten kein HBCD und haben es niemals enthalten. Sie sind zu 100 Prozent lebensmittelecht und damit für den Konsumenten gänzlich unbedenklich. Airpop-Verpackungen geben keine Schadstoffe ab. Daher besteht bei der Nutzung keinerlei Gesundheitsgefahr. Früher enthielten lediglich Dämmstoffe aus Polystyrol, die in Gebäuden verbaut wurden, das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan). Seit Ende 2014 wird es laut Industrieverband Hartschaum (IVH) in Polystyrol-Dämmstoffen nicht mehr verwendet. Und: Eine Verwechslung ist nahezu ausgeschlossen: Airpop-Formteile sind weiss und sauber, alte Dämmplatten verschmutzt und trübe. 

Mythos 5: Airpop hat eine schlechte Umweltbilanz

Dieser Vorwurf ist aus der Luft gegriffen. Airpop ist leicht und spart deshalb Gewicht. Weniger Kraftstoffverbrauch beim Transport auf der Strasse bedeutet weniger CO2 in der Luft. Auch durch die guten Isolationseigenschaften des Materials ist eine weitere Kühlung oder Erwärmung von Produkten oft nicht nötig, sodass weitere Energie gespart werden kann. Airpop ist bei der Herstellung und Produktion FCKW-frei, weist geringe Luft- und Wasserbelastungen auf und hat einen sehr geringen Rohstoffeinsatz. Zudem spart jedes Kilo Erdöl, das zur Produktion von Airpop-Dämmmaterial verwendet wird, später rund 150 Kilo Heizöl beim Heizen von Häusern ein. 

Mythos 6: Zu Airpop gibt es nachhaltigere Alternativen

Airpop wird vor allem dann eingesetzt, wenn es auf eine hohe Isolierfähigkeit, Schutzleistung oder Stossfestigkeit ankommt. Kein anderes Material bietet für diesen Einsatz eine derartige Kombination von Leistungsmerkmalen, Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei der Produktion von Airpop werden auch weniger Rohstoffe, Chemie und Wasser benötigt als bei anderen Verpackungsmaterialien – zum Beispiel etwa im Vergleich zur Herstellung von laminierter Pappe ein Drittel weniger Wasser. Nachhaltigere Alternativen gibt es nicht.

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